|
|
Nach einem ersten Projekt von Adolf Ehrensperger im Jahre 1901, in dem 7 Häuser entlang einer Ringstrasse um die Hügelkuppe angeordnet waren, konnte Direktor Koller in seinem neuen Konzept im Sommer 1905 von einer Anstalt für 250 Patienten ausgehen, der zwischenzeitlich angewachsene Baufond ermöglichte von Anfang an den vollständigen Ausbau. Für weibliche und männliche Patienten waren je drei Stationen vorgesehen:
- Haus für Ruhige mit Beobachtungsabteilung, 55 Patienten
- Haus für Halbruhige und Unruhige, 45 Patienten
- Infirmerie für 25 "unreine und blöde" Patienten
Ausserdem sollten an gemeinsam genutzten Gebäuden erstellt werden:
- Centralgebäude mit Wohnung des Direktors und des Assistenzarztes
- Küchengebäude
- Festsaal (freistehend)
- Leichenhäuslein
- Scheune
|
|
 |
|
| |
|
|
|
| Durch die bereits nach dem Ehrenspergerschen Projekt erstellte Ringstrasse waren die Standorte der Gebäude teilweise vorgegeben. Die beiden zusätzlichen Infirmerien wurden so platziert, dass die je drei Pavillons pro Geschlecht nahe beieinander zu liegen kamen. Beibehalten wurde die Lage der Männerbauten im südlichen Teil der Anlage, da das geneigte Terrain hier Werkstätten im Souterrain erlaubte. Der freistehende Saalbau kam zwischen die Männer- und Frauenpavillons zu liegen. |
|
| |
|
|
|
| Die Aufteilung der Kranken in verschiedene Pavillons sollte im Sinne des "non restraint" der weitest möglichen Einschränkung äusseren Zwangs Vorschub leisten. Dazu gehörten freie Verpflegungsformen, der Verzicht auf "geisttötende Isolierung in Einzelräumen
[und] Zellen
[zugunsten] gemeinsamer Wachabteilungen," überwachte Bettensäle, in denen die Patienten tagsüber liegen. In den Abteilungen mit Aufenthaltsräumen wurde drauf geachtet, die Schlafsäle immer über den "Tagräumen" der entsprechend Patienten anzuordnen, um gegenseitige Störungen zu vermeiden. Rittmeyer & Furrer verstanden es, den einzelnen Bauten ein betont freundliches, villenhaftes Aussehen zu verleihen. Grundsätzlich verfügte jede Abteilung über eine eigene Veranda und einen direkt von den Wohnräumen aus zugänglichen eingefriedeten Garten. |
|
(aus "Optimierung und Erneuerung des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden") |
|
|
|
|